Die Pampa – Besuch einer Öko-Ranch

Punta del Este frühmorgens hinter mir gelassen, kurzer Zwischenstop in Montevideo und auf gehts mit dem Bus nach Tacuarembó. Laut Reiseliteratur „die Pampa schlechthin“. So richtig weiß ich aber gar nicht, was ich darunter zu verstehen habe, außer Farmland und relativ weite Flächen. Und genau so sieht die Gegend vom Bus aus auch aus.

Und dann doch das, was irgendwie da sein soll, aber auch irgendwie kitschig scheint: Reiter, die auf ihren Farmgrundstücken Kühe zusammentreiben. Mein erster Gedanke ist: „Jetzt bin ich im Film gelandet.“ Bonanza – Ponderosa – Little Joe, für alle in meinem Alter ein Begriff für erste Serien.

Das Begrüßungskomitte


Angekommen in Tacuarembó muss ich erstmal einen Taxifahrer finden, der mich zu meiner Ranch bringt. Auf der Fahrt konnte ich dann erstmalig auch Anweisungen auf Spanisch geben, wo wir lang müssen. Nach 20 Minuten Fahrt bin ich da und werde gleich von 3 Hunden stürmisch begrüßt. Der Taxifahrer hat dann erstmal die Türen wieder zu gemacht. 

Das Haus ist ein Traum und meine kleine Koje gefällt mir auch, der Blick aus dem Fenster läßt mich glauben, in einem Baumhaus zu sein. Offensichtlich bin ich schon wieder einzige Gästin. Also habe ich das ganze Haus für mich. Und Rosmarinbüsche vor dem Haus werden mich vor Mückenschwärmen bewahren.

Der Fleischresteräuber“

Ein kurzer Gang über das Gelände und köstliches Abendessen beschließen den Tag. Auch wenn der letzte Bissen mir nicht vergönnt war. Das kleine Kätzchen hat sich ganz clever angestellt.

Am nächsten Morgen schaue ich mir die Ranch etwas genauer an. Fotos hier und da und dann ist Pause angesagt. Hängematte und Krimi und den Tag genießen. Auf einmal werde ich von einem tiefen Brummen aufgeschreckt. Ein blauglänzender Kolibri gibt sich die Ehre und fliegt um mich rum. Leider habe ich den Fotoapparat nicht schnell genug bei der Hand. Schade, aber auch so eine große Freude.

So vergeht auch der nächste Tag. Die Leute hier sind sehr zurückhaltend, aber alles ist wirklich sehr liebevoll gestaltet und man sieht, dass Öko nicht nur ein Label ist, sondern die Lebenseinstellung des Betriebs. Wie mir eine Mitarbeiterin am nächsten Morgen berichtet, gibt es leider keinerlei Unterstützung seitens der Regierung. So ist es nicht leicht, den Hof zu betreiben.