Königspinguine – eine Tour ab Punta Arenas

Morgens um 7.30 Uhr werde ich vom Tourveranstalter abgeholt. Unser Guide klärt uns erstmal auf, dass es heute nicht in der normalen Richtung losgeht, sondern andersherum. Der Grund: eine Fähre, die wir nutzen müssen, fährt nicht morgens, sondern nur nachmittags. Aber alle Tourprogramme bleiben, nur eben umgekehrt. Na gut, die Änderung läßt sich verschmerzen.

Erster Programmpunkt: die älteste Estanzia der Umgegend, die allerdings heute nicht mehr in den Gebäuden betrieben wird, sondern nebenan in moderneren Räumlichkeiten. Nebenan ist noch ein Schiffswrack zu sehen, was wir uns auch gleich angucken.

Dann kommt die erste, kurze Fährfahrt, die ich schon von der Fahrt nach Ushuaia kenne. Diesmal begleiten uns einige Delfine auf dem Weg, sehr schön, sozusagen als „on the top“. Weiter geht es zum Mittagessen und dann sind wir auf dem Weg zu den von allen erwarteten Königspinguinen. Meine Erwartungen schwanken zwischen „wow, dass ich das erleben darf“ und „vermutlich zu weit weg und nur mit einem Blick durch eine Bretterwand zu sehen“, wie ich aus Vorabbeschreibungen gelesen habe.

Und da sind sie dann: in ca. 30 Metern Entfernung gibt es zwei Gruppen, die sich das Domizil gesucht haben. Wir sind durch einen Graben getrennt und eine Bretterwand ist tatsächlich da, aber daneben gibt es einen freien Blick auf die Kleinkolonien. Die Pinguine sind doch kleiner als ich sie mir vorgestellt habe und sie bewegen sich „erhabener“ als die kleinen Magellanies, die ich bisher getroffen habe und die immer ein bisschen tollpatschig daher kommen. Einige hatten tatsächlich ein Ei unter ihrer Schürze, so wie man es aus Filmen kennt. Ja, sie gefallen mir, auch wenn das Eis drumrum etwas fehlt. Und ich freue mich wie dolle, dass ich sie beobachten durfte.

Es folgt noch ein kurzer Museumsbesuch, der uns die Ureinwohner an Land näher bringt und dann müssen wir uns auch schon aufmachen, um die zweite Fähre noch zu erwischen. Wieder sehen wir Delfine, diesmal allerdings nur kurz und schon waren sie wieder weg. Zwei Stunden später sind wir drüben, dann noch eine kurze Fahrt mit dem Tourbus und ein langer Tag ist zu Ende.