Alles ausgebucht in Torres del Paine!?

Bei der Ankunft mit dem Bus in Puerto Natales sehe ich einen Busstand mit einem Anschlag für Fahrten in den Nationalpark. Dort werden offensichtlich noch freie Plätze verkauft. Ja, morgens früh hin und abends spät zurück. Ich kann mein Glück kaum fassen, also kann ich doch ohne Gruppe wandern gehen. Erstmal gleich am nächsten Tag zum Gletscher des Lago Grey.

So durch die Straßen von Puerto Natales laufend, kommt mir die Idee, auch die eigentlich gebuchte Wanderung zu stornieren und auf eigene Faust loszuziehen. Sie ist noch kostenfrei stornierbar, also gemacht und zurück zum Busstand. Die Verkäuferin erkennt mein strahlendes Gesicht sofort, und ja, auch für den übernächsten Tag sind noch Plätze frei. Jippieh!!!

Morgens heißt es früh aufstehen, der Bus fährt um 7.30 Uhr, 15 Minuten früher da sein. Es macht sich bei mir ein leichter Schnupfen breit, aber den ignoriere ich erstmal. Nach 1 1/2 Stunden Fahrt kommen wir am Nationalpark an. Hier werden Tickets für den Eintritt verkauft. Sie sind für drei Tage gültig, ich kann also meinen zweiten Trip auch noch mit dieser Karte machen. Nochmal Geld gespart. Weiter geht es mit dem Bus bis zum Haltepunkt Pudeto, an dem ich auf einen Catamaran umsteigen muss. Der ist mal richtig teuer für je 1/2 Stunde Hin- und Rückfahrt: umgerechnet rund 40€, nur in bar zu zahlen. Und dann ist das Schiff noch proppevoll…

Angekommen auf der anderen Seeseite geht die Wanderung los. Verlaufen kann man sich nicht, der Weg ist gut ausgebaut mit einigen Stolpersteinen. Es geht leicht hoch, aber das ist kein Problem. Nur der Wind macht an einigen Stellen arg zu schaffen.

Es kommt ein erster Ausblick auf den Grey Lake und da schwimmen auch schon kleine Eisbrocken im Wasser. Ich freue mich, mache ein paar Fotos und laufe weiter.

Ich will noch bis an den Gletscher ran und wieder zurück. Insgesamt 20 km, da muss ich mich ein wenig beeilen, um den Catamaran für die Rückfahrt noch zu erreichen.

Nach ca. 2 Stunden Wanderung ist der Mirador, der den Blick auf den Gletscher ermöglicht, erreicht. Ein beeindruckendes Bild. Leider kommt jetzt auch eine dicke, schwarze Wolkenwand mit hohem Tempo auf mich zu. Mist, noch ein paar Fotos und dann will ich doch nicht mehr weitergehen.

Da habe ich lieber die kleinen Eiskügelchen, die vom Himmel peitschen, im Rücken als im Gesicht. Tja, und dann bin ich auch wieder deutlich früher an der Anlegestelle. Rein ins Restaurant, auch wenn die Preise ungefähr das Doppelte von den Normalpreisen sind. Leider ist der Raum sehr groß und eine Heizung fehlt. Wunderbare Voraussetzungen für meine aufkeimende Erkältung.

Die Rückfahrt klappt problemlos. Der Bus wartet am Anleger und nimmt alle wieder mit zurück. Kurzer Halt am Eingang und auch die Wanderer von anderen Routen werden eingeladen. Um 22.00 Uhr sind wir wieder in Puerto Natales angekommen. Ein langer, schöner Tag.

Am nächsten Morgen meldet sich die Erkältung dicke zurück. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, das volle Programm. Und auch der dritte Tag wird ein Betttag, also keine Wanderung zu den Torres. Bin ich froh, dass ich sie am ersten Tag zumindest schon von weitem sehen durfte. So leibt die Enttäuschung erträglich. Auch wenn mein Platz im Bus leider frei bleibt.

Torres del Paine vom Nationalparkeingang aus gesehen
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