Nationalpark Tambopata – Ausflug in den Dschungel

Nein!!! Ich will die Nächte nicht umziehen, ich will im Dschungel bleiben und nicht mit Touristenbussen eine Affeninsel besuchen. Nach einigem hin und her wird meinem Wunsch entsprochen und auf geht es mit einem 4×4 zunächst auf einer Schnellstraße und dann hinein ins matschige grüne Gebiet. Es hatte den Tag vorher ziemlich geregnet, so wird die Fahrerei etwas rumpelig. Nach 2 Stunden kommen wir an einem Fluss an, die Sachen zum Boot und es geht rüber zur Lodge. Der Fluss ist allerdings so breit, dass ich mir noch nicht so recht vorstellen kann, dass es viele Säugetiere zu sehen gibt. Drüben angekommen, lässt sich sagen: Die Lodge ist zwar eine andere als die vermeintlich gebuchte, aber wirklich ganz hübsch ausgestattet.

Am Abend folgt eine Nachtwanderung rund um das Gelände, die bereitgestellten Gummistiefel sind dabei ein sehr nützliches Utensil. Auffällig ist, dass es kaum Mücken gibt, das kenne ich aus anderen Gegenden anders. Zu sehen gibt es eine kleine Schlange, einen Giftfrosch, Spinnen, Morphofalter und ein Tier, was wie ein Blatt aussieht.

In der Nacht leuchten ab und an Glühwürmchen, meine Hütte ist zwar mit Netzen umspannt, aber ein kühles Lüftchen weht dauerhaft hinein. Also schlafen ließe es sich gut. Wenn wir nicht bereits um 5.00 Uhr morgens zu den Aras aufbrechen wollten. So aber geht der Wecker mitten in der Nacht, angezogen, kurz einen Kaffee genommen und los geht es mit dem Boot und eingepacktem Frühstück flussaufwärts.

An der ausgewählten Stelle angekommen, müssen wir noch durch Schlick und ein kleines Wäldchen und dann sehen wir eine Absperrung, hinter der wir es uns mit einem Stuhl gemütlich machen können. Wenn da nicht die Mücken und Wespen wären. Also kräftig eingesprüht und dick angezogen. So sitzen wir Stundeum Stunde. Zunächst sind einige Aras im Flug über uns zu sehen, die dann in den Bäumen sitzen. Aber sie sollen eigentlich auch an den Wänden Mineralien lecken. Das ist die eigentliche Attraktion, die es zu sehen geben soll. Aber sie wollen nicht. Zu den blau-gelben Aras gesellen sich dann noch rot-blaue. Zwischendurch sind auch noch kleine Äffchen zu besichtigen.

Und dann – so um 11 Uhr herum, kommt der erste Anflug auf die Mineralienwand, ein kurzes Lecken und wieder weg. Aber das war der Anfang, jetzt sind die Aras kaum noch wegzukriegen. Immer mehr fliegen an die Wand und krallen sich fest, um den Mineraliennachschub zu sichern. Spannend!

Aber jetzt reicht es auch, zurück zum Mittagessen. Leider nimmt das Boot soviel Geschwindigkeit auf, dass am Flussrand kein Tier gesichtet werden konnte.

Nachmittags geht es dann nochmal per pedes in die Umgebung. Aber größere Tiere sind nicht zu sehen. Der Abend soll uns noch Kaimane bringen. Wir packen uns in der Dunkelheit wieder ins Boot und unser Guide leuchtet das Ufer ab. Nach einer halben Stunde der erste Kaiman, eher aus einer satten Entfernung, aber das scheint für den Bootsführer der Anlass, das Boot zu drehen und wieder zurück zu fahren. Auf dem Rückweg gibt es dann noch zwei Kaimane zu sehen, einen kleinen sogar aus kurzer Distanz. Aber für mich ist das insgesamt eher eine Enttäuschung, da habe ich in anderen Gegenden schon deutlich mehr gesehen.

Die Nacht ist stürmisch und ein heftiges Gewitter hält mich in Atem. Nebenan stürzt mit Getöse ein Baum um und meine Hütte wird durch die Netze reichlich nass. Und das Gewitter will gar nicht aufhören. Erst am Orgen lässt der Regen nach, aber jetzt ist es kalt -wirklich kalt. Also um die 16 Grad, wer rechnet denn mit sowas? Jetzt muss ich sehen, wie ich mit meinen Klamotten hinkomme. Schließlich hatte ich einiges in Cusco zurückgelassen. Na ja, stinkt halt irgendwann, besser als frieren.

Den Morgen verbringe ich allein, der Guide führt eine nächste Gruppe zu den Aras und dazu hatte ich nicht nochmal Lust. Verärgert bin ich aber doch, denn eigentlich war im Tourpreis der Guide inbegriffen. Nun ja, da werde ich mich später beschweren müssen, im Moment ist hier kein Internetanschluss, also nichts zu machen. Am Nachmittag ist noch eine Bootstour flussabwärts auf dem Plan. Aber die geht wieder nur in Flussmitte und mit Hochgeschwindigkeit vonstatten. Um 16.00 Uhr los und in der Dämmerung zurück. Entsprechend dieser Umstände auch hin und zurück kein einziges Tier in Sicht. Ich ärgere mich immer mehr. Abends dann noch eine Mininachtwanderung, diesmal sind die Umstände fast interessanter als die Tiersichtungen. Durch das Gewitter in der Nacht sind die Wege völlig unter Wasser und zudem noch glitschig. Und das mit Taschenlampe…

Die Morgenwanderung gestaltet sich ähnlich, von Tieren nichts zu sehen, aber immer mitten im Wasser und über heruntergefallene Bäume. Und dann ist die Dschungeltour auch schon zu Ende. Also aus meiner Sicht gab es schon schönere Dschungelerlebnisse und das nicht nur wegen der wenigen Tiersichtungen. Andere Guides haben sich weit mehr ins Zeug gelegt, um den Gruppen „ihren Dschungel“ zu zeigen. Das werde ich auch meiner Reiseveranstalterin in Cusco so mitteilen.

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