Nationalpark Monteverde bei Santa Elena

Aber erstmal und wegen der Frösche geht es in den kleinen Amphibienpark, der nah bei der Bushaltestelle zu finden ist. Hier sehe ich u.a. die zwei typischen Froscharten, die ich „freilaufend“ leider noch nicht sichten konnte. Eine Art des Pfeilgiftfroschs ließ sich dann auch fotografieren. Der Rotaugenlaubfrosch, der es mir besonders angetan hatte, war leider im Schlaf versunken.

Am nächsten Morgen möchte ich den Nationalpark Monteverde besuchen. Leider sind die Angaben, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln dahin kommt, sehr missverständlich. Mal heißt es um 7.30 fährt ein Bus ab Bushaltestelle, dann um 8.30, dann heißt es stündlich und an einer Haltestelle bei der Nationalbank. Hmmm, ich versuche es mit der 8.30 Uhr-Version ab Bushaltestelle. Aber da liege ich falsch, Der Schaltermensch für die Langstrecken schickt mich in die Innenstadt. Und was nun??? Ich mache mich auf zu meinem Vermieter, der bei der Touristeninfo arbeitet. Tja, also der nächste Bus zum Monteverde-Nationalpark fährt erst wieder mittags. Wie wäre es dann heute mit dem Santa Elena-Park? Na gut, stand sowieso auf meinem Plan, also um 9.00 Uhr in den Bus und kurze Zeit später in den Park. Mit dem Wetter habe ich Glück, die Sonne scheint, das geht im Regenwaldgebiet auch anders.

Ich laufe den Sendero Encantado und zurück den Sendero del Bajo. Da ich ohne Guide unterwegs bin, sehe ich die kleineren Tiere am Rande leider nicht so, ich bin eher auf den Weg konzentriert, der nicht ganz einfach zu laufen ist. Am Ende gibt es noch einen Turm, auf den man klettern und die Regenwaldlandschaft von oben betrachten kann. Von hier habe ich auch schon einen Blick auf meinen nächsten Ort: den Arenal, ein wunderschöner Kegelvulkan, den ich vor zehn Jahren noch rauchend betrachten konnte. Heute ist er inaktiv.

Am nächsten Tag geht es jetzt aber in den Monteverde Nationalpark. Diesmal gönne ich mir auch wieder die Guideaugen. Wir sind eine 6-er-Gruppe, die am Eingang zusammengewürfelt wurde. Mit Guide machen wir uns auf und werden nah am Eingang von Klammeraffen begrüßt. Kurz danach sehen wir ein Quetzalweibchen. Und dann noch andere Vögel, die hier besonders sind. Klasse!

Uns wird noch einiges über die Besonderheiten des Regenwalds erzählt und die Pflanzenwelt um uns rum erläutert. Eine Mini-Orchidee liegt am Wegrand.

Hier ein Käfer und da eine Spinne und dann sehen wir noch eine kleine hochgiftige Schlange, an der ich ohne Guide ganz sicher vorbei gegangen wäre. Sie lauert gerade auf Beute und wir dürfen nur auf ca. 1,50 m Nähe an die Schlange ran. Alles andere wäre zu gefährlich.

Nach der Guide-Tour gehe ich noch einen weiteren Weg, auf dem ich die Klammeraffen immer wieder sichten und hören kann. Die Männchen führen gerade einige Kämpfe aus. Es geht noch über eine Brücke, die ähnlich wie der Turm im Santa Elena Park den Blick von oben auf den Regenwald eröffnet. Jetzt mache ich mich über einen zum Teil ziemlich steilen Pfad auf und ab auf den Rückweg. Meine Füße sind schon etwas lahm. Am Eingang angekommen, höre ich an einem Teich noch Frösche und kann sie zum Teil auch kurz sichten. Und dann ist da noch ein Platz, an dem Kolibris mit Zuckerwasser angelockt werden. Ein gutes Unterhaltungsprogramm, bis der Bus kommt.

Und dann zeigt der Regenwald, was er noch kann. Plötzlich schüttet es wie aus Eimern und alles steht unter Wasser. Aber da bin ich schon im Bus. Beim Ausstieg ist dann fast schon wieder alles vorbei. Zeit für ein gutes Essen beim Mexikaner gegenüber der Endhaltestelle.

Jetzt fehlt noch der Nachtspaziergang. Hierfür habe ich eine Tour gebucht und werde kurz bevor es dunkel wird vom Apartment abgeholt. Die Tour findet auf einem Bauernhof statt, deren Besitzer sich dem Tourismus langsam öffnen wollen. Außer mir ist noch ein Paar da. Unser Guide ist aus der Familie. Gleich zu Beginn können wir einen schlafenden Tucan im Baum sichten. Danach suchen wir alle die Bäume mit Taschenlampe ab, aber zunächst ist nichts weiter zu finden. Plötzlich kommt aus dem Dickicht ein Gürteltier, das aber schnell wieder weg ist, ich kann es gerade noch – wenn auch mit mäßigem Erfolg – mit der Kamera einfangen. Ja, und dann gibt es noch Skorpione, verschiedene Käfer, weitere schlafende Vögel. Leider keine bunten Frösche. Schade, aber wer weiß, vielleicht ein andermal. Die Natur hier in Costa Rica ist jedenfalls sensationell.