Kanada, ein Rückblick auf 5 Wochen Rundreise in der Hauptreisezeit

Wir haben dank Frühaufstehen und rechtzeitiger Suche in den first come, first serve Campingplätzen dennoch fast immer einen Platz für unser Vehikel und das Zelt gefunden. Apropos Vehikel: eigentlich dachten wir, unser Mietauto, ein Dodge Durango, sei recht groß. Aber neben den vielen Wagentypen, mit denen die Kanadier so unterwegs sind, kamen wir uns eher klein vor. Alles eine Frage der Perspektive…

Unsere grobe Reiseroute: von Vancouver über die Sunshine Route nach Vancouver Island, dort hoch in den Norden nach Port Hardy, mit Schiff und Auto nach Prince Rupert und weiter eher auf kleineren Straßen Richtung Osten, dann runter nach Jasper und den Icefields Parkway und Nebenstrecken bis Banff. Von dort Richtung Süden und an einigen Seen entlang weitgehend in der Grenzregion zu den USA und letztlich zurück nach Vancouver. Die meiste Zeit haben wir in Provincial Parks übernachtet, die ich jederzeit empfehlen kann. Sie sind zwar nicht gerade wie Glampingplätze ausgestattet – meist Plumpsklos und Kaltwasser – , aber die Lage ist fast immer sensationell und die Plätze haben eine ausreichende Größe. Außerdem sind die Plätze mit 18 – 28 cad (ca. 12- 19 €) wirklich bezahlbar.

Die Natur: wir hatten mit mehr Wildlife gerechnet. Aber im Nachhinein haben wir uns über jede Begegnung mit der Tierwelt gefreut. Was haben wir sehen können? Am eindrucksvollsten waren sicher ein paar Schwarzbären und Elche. Außerdem konnten wir am Straßenrand noch Kojoten beobachten, Hirsche, Schneeziegen, Füchse, ein Stinktier und über uns kreisende Adler. Und dann noch die kleinen, niedlichen Streifen- und Eichhörnchen, die uns immer wieder über den Weg gelaufen sind.

Zur Natur gehören aber auch die uralten Bäume, die uns mit ihrer Größe sehr beeindruckt haben, die Berge mit ihren leider immer kleiner werdenden Gletschern. Und die Blühwiesen, auf denen wir uns immer wieder Elche oder Bären erhofft haben, die uns dann aber eher am Straßenrand begegneten.

Besonders beeindruckt hat uns aber die Gastfreundschaft mancher First Nations. Auf der Suche nach einer Gelegenheit, frischen Lachs zu erstehen, wurde uns sogar frisch geräucherter Lachs und zusätzlich noch ein Glas eingelegter Lachs geschenkt. Einfach so, weil genug da war.

Es gäbe noch so viel zu berichten, aber Morgen geht es schon weiter nach Alaska. Also begnüge ich mich mit dieser Kurzfassung und einigen Fotos, die ich gern teilen möchte.

Eine kleine Geschichte am Rande

Vancouver Island am frühen Morgen, wir machen uns auf, um eine Schiffstour ab Port Alberny Richtung Ucluelet zu machen. Natürlich in der Hoffnung, neben schönen Ausblicken auch Bären und Wale zu entdecken. Wir sind gut in der Zeit, aber auch nicht gerade zu früh dran. Noch auf dem Gravelweg knapp entfernt vom Campingplatz, sehen wir ein kleines braunes Knäuel auf der Straße sitzen. Ein junger Hund, der nur mit Mühe aufstehen kann. Ganz offensichtlich ist er krank oder angefahren, oder, oder. Jedenfalls bedauernswert. Aber für eine Rettungsaktion drängt die Zeit. Ich muss Katrin versprechen, dass wir genauer nach dem Kleinen sehen, wenn wir ihn abends wieder treffen. Also los geht es mit dem Tagesausflug. Abends zurück sehen wir den Kleinen leider nicht mehr, auch eine Nachfrage bei dem Campingplatzwart ergibt keine Aufklärung, ob der Hund wohl vermisst ist.

Erst einige Wochen später, nachdem wir in Infocentern ausgestopfte Bären mit ihren Jungen sehen, wird uns langsam bewußt, welches Glück wir hatten. Der kleine Hund war ein noch ganz junger Bär, der es sich auf der Fahrbahn gemütlich gemacht hatte. Ob wir eine „Hunderettungsaktion“ heil überstanden hätten, scheint ungewiss. Was hätte wohl die Bärenmama gemacht???