Alaska, the last frontier – Teil 1

Die nächste Rundreise mit dem Auto ist schon wieder vorbei. Einmal Alaska von Anchorage über Denali, Fairbanks, Tok zum Wrangell – St. Elias Nationalpark, weiter nach Valdez und zurück über Glenallen mit Blick auf die Chugach Mountains auf die Kenai Peninsula, die wir noch eine Woche bereist haben. Jetzt ist es auch genug, das Wetter wird schlechter, der Herbst kommt mit Macht und es wird hier nass und kalt. Da waren zwei Tage in einem Airbnb mit richtigem Bett und Dusche ein Hochgenuss.

Aber jetzt zu den einzelnen Stationen: als erstes war der Nationalpark Denali auf dem Programm. Hier geht es – normalerweise – nur per Bus in den Park, es sei denn man hat sich auf einen Campground im Park eingebucht und für drei Nächte den Platz bezahlt. Dann darf man bis zum Campingplatz mit eigenem Auto und von dort den Bus im Park mit einem besonderen Pass nutzen. Schon während der Anfahrt zum Campingplatz zeigte sich uns einen Elch am Straßenrand

– und ja, der erste Grizzly wurde gesichtet. Leider kriegten wir bei der Ankunft zu hören, dass die Busse am nächsten Morgen nur eine Teilstrecke fahren würden, es hatte wegen anhaltendem Regen und aufgetautem Permafrost Abbrüche gegeben, die die Straße versperrten. Und Katrins Freunde, die mit uns reisen wollten, waren nicht auf dem vereinbarten Platz angekommen. Merkwürdig, hatten wir sie doch noch am Eingang zum Nationalpark getroffen und alles abgesprochen. Wird sich schon aufklären, ein liegengebliebenes Auto war jedenfalls niemandem aufgefallen.

Nach einer frostkalten Nacht im Auto am ersten Morgen ein kleiner Rundgang nahe des Campingplatzes und danach fuhren wir mit dem Bus ein Stück rein in den Park. Die Busse halten grundsätzlich, wenn ein Tier gesichtet wird und es besteht die Möglichkeit, Fotos zu schießen. So konnten wir weitere Tiere beobachten. Besonders war dann die Rückfahrt. Wir sind auf der Strecke ausgestiegen und nach kurzer Zeit sahen wir eine Grizzlymama mit ihren zwei halberwachsenen Joungstern. Sie waren glücklicherweise so weit weg, dass wir sie ohne Sorge beobachten konnten, aber so nah, dass eine längere Beobachtung sich lohnte. Alle drei Grizzlys waren mit der Futtersuche beschäftigt. Immer mit dem Kopf am Boden im Gras. Aber dass die sich so schnell voran bewegen können hättte ich nicht gedacht.

Eine weitere Frostnacht und am Morgen ging es dann wieder per Bus, diesmal ein ganzes Stück weiter in den Park zum Wonderlake. Das Wetter sah gut aus, fast wolkenloses Blau. Und dann die Antwort auf die Frage: Did you see him? (den Denali) Yes we saw him. Und außer der grandiosen Landschaft auch einige Tiere auf dem Weg, diesmal neu Karibus und Dall Sheep.

Der letzte Morgen inmitten des Nationalparks brach an und wir machten uns auf den Weg zurück zum Eingang, und auch jetzt wieder Grizzlys, Elche, Karibus und einige kleinere Tiere. Welch ein Reichtum, da wollen wir noch einen Tag dranhängen. Diesmal wird das Zelt aber am Parkeingang aufgeschlagen – und die Zivilisation mit Dusche und Kiosk genossen. Am nächsten Morgen nochmal Aufbruch zu einer letzten Wanderung an einem kleinen Flusslauf. Und dann noch die Krönung: mitten auf der Fahrbahn können wir einen Luchs sichten. Ein auch hier seltenes Ereignis. Wow, welch ein Glück wir die Tage hatten.

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Und unsere Freunde? Sie hatten sich mit dem Campingplatz vertan und sich gleich am Parkeingang niedergelassen. Also alle Sorgen unnötig, die Rundreise kann ungehindert weiter gehen.