Alaska und weiter gehts

Nächstes Ziel war der Wrangell-St. Eilas Nationalpark, mit einigen Zwischenstationen zum Goldschürfen. Erfolg? Na ja, wir sind mit der gleichen Ausrüstung weitergefahren… Zur besseren Erkennbarkeit für die Freunde gab es aber ab jetzt eine Regenbogenfahne an den Seitenspiegel. Wir wollten uns ja möglichst nicht wieder verlieren😂.

Angekommen am ersten Zugang zum Nationalpark erwartete uns eine – unangenehme – Überraschung. Das kleine Örtchen am Eingang war etwas in Aufregung, weil ein Mitbewohner offensichtlich durchgedreht war, wild um sich geschossen hatte und dann in der Wildnis abgetaucht war. Er wurde seit einigen Tagen gesucht und die Aussagen, ob es gefährlich sei, in den Nationalpark zu fahren, waren unterschiedlich. Einig war man sich jedoch, dass die nächsten 10 km eher nicht als Unterkunft dienen sollte. Nun gut, wir sind dann zum letzten Campingplatz auf dem Weg gefahren, was uns relativ sicher erschien. Von hier aus waren einige Kurzwanderungen möglich, die wir uns für die nächsten Tagen vorgenommen hatten., u.a. Ein Besuch eines stillgelegten Bergwerks.
Inzwischen war ich dauerhaft ins Zelt umgezogen. Es war uns einfach zu eng im Auto geworden. Nachts hörte ich dann die Wölfe heulen. Auch wenn ich überzeugt war, dass die in einiger Entfernung unterwegs waren, schauderte es mich doch etwas. Also ganz tief war der Schlaf dann nicht mehr.

Der zweite Zugang zum Wrangell-St. Elias war dann unkomplizierter, es ging die Straße bis zum Ende durch, wo sich ein Parkplatz befand, auf dem man auch campen durfte. Dann ging es nur noch zu Fuß oder mit dem Bus weiter. Die Nächte waren wieder eisekalt. Gute Voraussetzungen für Polarlichter. Die Nacht vor unserer Ankunft sollen sie wunderbar zu sehen gewesen sein. Also richteten wir eine „Nachtwache“ ein. Leider ohne eine Sichtung, wäre auch zu schön gewesen. Dennoch: die Sterne waren sensationell zu sehen, insofern ließ sich der Nachthimmel nicht lumpen.

Am nächsten Morgen dann der Ausflug über die Brücke und mit Bus zu einem bestens erhaltenen Bergwerk aus alten Tagen. Immer mit Blick auf Berge und Gletscher. Wundervoll!!!

Und weiter gehts nach Valdez. In der Erwartung ein eher snobistischer Ort mit viel Tourismus, ungefähr wie Juneau. Tatsächlich ist Valdez aber ein kleiner Fischerort, ja mit Tourismus, aber zumindest zu der Zeit eher alaskanische Touristen. Da wir ein verlängertes Wochenende erwischt hatten, fiel die Unterkunftssuche dann auch eher schwierig aus. Ein Campingplatz bot einen Parkplatz fürs Auto für 40$ und Duschen für zusätzlich 10$ pro Person. Das war uns dann doch zu unverschämt. Glücklicherweise fanden wir noch einen kleinen Stellplatz direkt am Hafen inmitten der heimischen Angler, die gerade einen Wettkampf austrugen. Und für unsere Freunde war direkt daneben auch noch ein Plätzchen. Das war wirklich Glück, auch wenn uns der Wettergott allmählich weniger Freude machte. Tags drauf ein kleiner Rundgang und ein Besuch eines Wasserlaufs, in dem die Lachse hinaufwandern würden, wenn sie denn könnten. Der Weg wurde aber versperrt und die Lachse werden dort gefangen und der Laich abgeschöpft. Insgesamt war es ein eher unschöner Anblick, die sterbenden Lachse zu beobachen und gestunken hat es auch. Ade du Vision vom leckeren Alaskalachs!

In Valdez trennten sich die Autos wieder. Unsere Freunde nahmen die Seeroute Richtung Kenai Nationalpark, wir nahmen die Landroute, also zunächst am Wrangell-St.Elias vorbei und dann nach Westen Richtung Anchorage, um auch zum Kenai Nationalpark zu kommen. Unsere Planungen waren ab hier etwas unsicher, da ein großer Brand noch immer eine Hauptzufahrtsstraße behinderte. Was möglich sein sollte würden wir erst vor Ort erfragen können. Die Fahrt dort hin, hatten weder Katrin noch ich als sonderlich schön eingestuft. Umso überraschter waren wir, dass uns ein wundervolles Farbenspiel auf dem Weg erwartete. Es war Herbst geworden und die Landschaft zeigte sich von ihrer besten Seite. Ein Elch kreuzte auch noch unseren Weg. Was will man mehr.

Im Kenai Nationalpark war als erster Ort Seward geplant. Dort trafen wir auch unsere Freunde wieder. In Seward gab es außer einem weiteren Gletscher aber nicht viel zu sehen. Ein kleiner Spaziergang an einem Flüsschen bot noch einige schöne Ausblicke abseits der Touristenroute. Dann ging es weiter Richtung Kenai und dann nach Homer. Die Zugangsstraße war gerade wieder frei, aber, wie wir sehen sollten, gab es noch einige Brandherde, auch direkt an der Straße. Bis Kenai waren wir noch zu viert. Dann verließen uns unsere Freunde, ihr Urlaub war zu Ende und wir machten uns auf zur Südspitze. Das Wetter war nur noch zeitweilig zu gebrauchen, die Essenszeiten wurden eher nach den Wetterverhältnissen als nach dem Hunger ausgerichtet. Ebenso die Spaziergänge, die immer rarer wurden. Letztlich waren wir aber wohl auch etwas übersättigt von der Landschaft (und von der aufziehenden Kälte). So waren wir dann auch nicht unglücklich, dass der nächste Schritt Kalifornien auf uns wartete.