Weiter in die Südsee – Samoa

In meiner Unterkunft angekommen, lese ich als Erstes die Verhaltensregeln der Gemeinde: zwischen 18 und 19 Uhr ist Kirchgang, deshalb soll in der Zeit nicht auf den Wegen spazieren gegangen werden und baden ist auch in der Zeit nicht erlaubt. Na gut, kann ich mich mit abfinden. Ein erster Rundgang am Ufer entlang enttäuscht etwas. Es gibt hier gar keine echten Strände. Alles ist mit Lavastein eingedeicht. Trotzdem toben die Kinder im Meer, sie müssen aber erstmal die rutschigen Steine runter. Das wird nichts für mich.

Ich will deshalb den Lalomanu-Strand besuchen, der besonders schön sein soll. Und als ich das plane und mir einen Mietwagen organisieren will, kriege ich mit, dass mein Führerschein verloren gegangen ist. Was für ein Mist. Da kann ich dann auch meine weiteren Planungen mit Mietauto während der ganzen weiteren Reise canceln. Fürs Erste will ich den öffentlichen Bus nehmen, was sowieso auf meiner to do -Liste stand. Im Infocenter die Abfahrtszeiten erklären lassen und auf gehts zum Busbahnhof.

Ich steige in einen Bus ein, der mit Lalomanu beschriftet ist. Außer mir sind nur 2 weitere Leute im Bus. Nach ca. 20 Minuten werde ich gefragt, ob ich nach Lalomanu wolle? Ja, dann müsse ich in den anderen Bus steigen, der zwei Busse weiter steht. Ok, beim Einstieg erkundige ich mich nochmal, ja der fährt dahin. Nach meinem Plan in ca. 1/2 Stunde. Der Bus ist schon mittelmäßig gefüllt. Und plötzlich geht es los. Aber in die Innenstadt zum Baumarkt. Dort werden Wellblechplatten von hinten in den Bus geschoben. Und dann geht es wieder zurück zum Busbahnhof. Ich bin irritiert. Denn jetzt steht der Bus erstmal wieder und füllt sich weiter. Ungefähr 1/2 Stunde nach der planmäßigen Abfahrtszeit geht es dann auch los – aber wieder nur ungefähr 20 Minuten. Dann hält der Bus und alle dürfen sich im Supermarkt nochmal mit Proviant eindecken. Das dauert dann nochmal 20 Minuten. Weiter gehts und nun wirklich raus aus der Stadt, erstmal am auch hier eingedeichten Meer entlang und dann durchs grüne Binnenland. Nach ca. 1 1/2 Stunden fahren wir dann auf ein Privatgelände und da werden dann tatsächlich die Wellblechplatten ausgeladen. Noch eine weitere Stunde Fahrt und ich bin da. Aber jetzt kommt die große Verwunderung: auf meine Frage, wann denn der letzte Bus zurück fahren würde, antwortet der Fahrer, er führe jetzt gleich wieder zurück und was anderes führe heute nicht mehr. Hä? Der Fahrplan wies 5 Fahrten aus und im Infocenter wurde mir gesagt, so ca. 3.30 Uhr solle ich einen Bus nehmen. Tja, es gäbe noch die Möglichkeit, ein Taxi zu nehmen für 80 Tala. Da frage ich lieber erstmal schnell, ob in dem Resort am Strand noch was frei ist und was das kosten würde. Für 120 Tala könne ich eine Fala mit Abendessen und Frühstück bekommen. Eine Fala ist ein offenes Holzgestell am Strand , auf dem eine Matratze liegt, die mit Mückenschutz versehen ist. Plastikplanen sind rings herum und können bei Bedarf (Wind und Regen) runter geklappt werden.Waschgelegenheiten sind auf der anderen Straßenseite ca. 80 m entfernt.

Ja, da greife ich zu, auch wenn ich rein gar nichts für die Übernachtung dabei habe. Noch kurz meine Vermieterin informiert, dass sie die Nacht nicht unruhig wird, dass ich nicht komme. Und dann mache ich es mir am Strand und in der Fala gemütlich. Eine gute Entscheidung und am nächsten Mittag fahre ich wieder zurück nach Apia.

Nach einer Woche will ich auf die andere, größere, aber ruhigere Insel Savaii. Wieder mit dem Bus, diesmal Richtung Fähre und es geht auch ohne Probleme auf die Fähre. Das Wetter ist gut, allerdings schaukelt der LKW auf dem Deck doch gefährlich. Bei Sturm möchte ich das nicht erleben. Ein Mitfahrer erzählt mir dann auch, dass ein LKW schon mal umgekippt sei. Na ja, ich bin froh, als wir drüben sind.

Auch hier geht es mit dem Bus weiter, wieder das Spiel, wann fährt er denn nun… die Aussagen der Mitfahrenden, die auch schon im Bus sitzen sind da sehr unterschiedlich. Also bleibe ich einfach auf der Holzbank sitzen. Diesmal 1 1/2 Stunden und zwar bis die nächste Fähre anlandet. Und dann wird es richtig voll. Die Menschen stapeln sich, Kinder werden irgendwem auf den Schoß gesetzt. Über mein Gepäck habe ich keinen Überblick mehr, das ist irgendwo auf dem Fußboden weiter geschoben worden. Ich hoffe, dass es sich zügig nach der Abfahrt lichtet, tut es aber nicht. Meine Sitznachbarin hilft mir aber, den Bus anzuhalten und ruft auch in die Menge nach meinem Gepäck. Endlich bin ich aus dem Gewühl raus und auch schon direkt an der Einfahrt zu meiner Unterkunft, die aber etwas weiter nach hinten gelegen ist.

Ich bekomme den besten Bungalow mit einem schönen Balkon und Blick direkt auf die Lagune im Lavafeld. Ankommen, auspacken und rein ins Wasser. Auch hier gibt es Regeln: Baden oder Kayakfahren am Sonntag nur direkt im Resortbereich. Außer mir sind noch wechselnde Gäste da, aber den Badebereich habe ich fast nur für mich. Morgens in der Frühe kommen die Hausschweine an den Strand. Es ist sehr idyllisch.

Einen Morgen fahre ich mit einer Angestellten zusammen in den Hauptort zum Einkaufen. Sie weiß, wann die Busse fahren und wo man sich postieren muss, um mitzukommen. Wir kommen ins Gespräch, dass ich gern noch mehr von der Insel sehne möchte und sie bietet mir an, einen Verwandten zu fragen, ob er uns für 250 Tala als Tagesreise einmal um die Insel fährt.

Und dann geht es zu dritt los. Als erstes besuchen wir eine Grotte aus Lavagestein, in der sich besondere Vögel aufhalten. Ein Vogel brütet gerade. Wieter geht es durch den Regenwald zu einer Hängebrücke in den Bäumen. Von hier kann man bis hinunter zum Meer schauen, aber die eigentliche Attraktion ist doch eher der wackelige Weg. Danach ist Mittagspause an einem Strand, der aber gerade durch die Ebbe im Trockenen liegt. Auch hier wieder die Möglichkeit, in einer Fala zu übernachten. Aber wir fahren weiter. Ein Naturpool ist die nächste Attraktion. Ich verzichte, aus 4 m Höhe in den Pool zu springen. Sieht aber schön aus in der Landschaft. Und dann sind wir fast schon wieder an der Fährstation angekommen. Noch kurz was eingekauft und es geht „nach Hause“.

Noch auf dem Programm in Sawaii steht der Besuch des Lavafelds mit einer von Lava überströmten und zerstörten Kirche. Der Besichtigungspunkt ist gleich um die Ecke von meiner Unterkunft und so bin ich diesmal unabhängig von Fahrplänen. Hier wird nochmal besonders deutlich, dass die Inseln von verschiedenen Kraterausbrüchen geprägt sind. So allmählich wird alles wieder von Pflanzen überwachsen.


Nach einer Woche bin ich wieder zurück in Apia, will jetzt aber von hier aus die Südseite der Insel besuchen. Hier habe ich mir für 4 Tage eine Fala gemietet. Die Fahrt ist wieder überfüllt und kommunikativ. Langsam mache ich mir schon keine Sorgen mehr, wenn mein Gepäck irgendwo rumfliegt. Den Ausstieg organisieren wieder Mitreisende und ich stehe an einer Stichstraße, die zu den falas geht. Hmm, ich hatte nicht gedacht, dass ich noch wandern muss. Aber ich höre das Meer. Nach ca. 15 Minuten bin ich auch schon da und beziehe meine Fala. Auch hier ist Frühstück und Abendessen im Preis drin, aber es ist alles etwas schedderiger als am Lalomanu-Strand. Aber da ich hier ja meine ganzen Klamotten dabei habe, kann ich es mir in der Hängematte gemütlich machen und lesen. Die Leute sind hier alle etwas alternativer, man hilft sich und erzählt Geschichten.

Wieder zurück geht es auch mit dem Bus, wobei ich an der Haltestelle warte und zunächst von einem Ansässigen bis zum nächsten Laden mitgenommen werde. Hat allerdings nur wenig geholfen, denn der Bus fuhr wieder am Ausgangspunkt vorbei, aber so bin ich den Mücken im Feld etwas entkommen.
In Apia gelandet, habe ich mir noch für die letzten Tage ein Hotel mit Swimmingpool gebucht. Noch ein Besuch der Märkte und die letzte Nacht dann in einem Hotel nahe Flugplatz. Ein Abschlusscocktail im nahe gelegenen Sheraton und morgens geht es weiter nach Neuseeland.